Fazit - AIDA-Frust

Hier ist das Lächeln NICHT IMMER zu Hause!
Auswertung einer Frust-Kreuzfahrt mit den vier Großbuchstaben
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Fazit

Auswertung
Im Endeffekt hat sich AIDA nur für den Unfall an sich revanchiert (200,- als Überweisung, Übernahme der Kosten für den entgangenen Landausflug als Scheck).
Das Abkanzeln durch Frau Z inklusive deren "in-Kauf-nehmen" einer weiteren Verschlechterung der Gesundheit meiner Frau und die dadurch folgenden Frustlaub-Tage, die wir viel lieber ohne diesen ganzen Schmarrn im Hinterkopf auf dem Sonnendeck anstelle bei Formulierungen und Überlegungen in der Kabine verbracht hätten, wurden mit einem Blumenstrauß abgetan. Sicherlich hätten wir bei AIDA nie gewagt, von einer Wiederholung der Reise zu einem Sonderpreis zu träumen (ACHTUNG: Ironie!!!!), aber solch eine schwache Reaktion überraschte uns doch etwas. Eigentlich auch wieder nicht: Ei, da haben wir sie doch wieder, die angeblich nicht existierende "Kostenvermeidungsdirektive"!
Natürlich übersehe ich auch nicht, dass wir nicht gezwungen wurden, die Umwandlung des angebotenen Reisegutscheines in eine Direktzahlung erst einklagen zu müssen. In einem solchen Fall hätte ich aber garantiert auch das Verhalten Frau Zs in die Klage mit einbezogen!

Ich muss nochmals auf die Bemerkung Frau Schimanskys vom 15.01.16 zurückkommen, dass die Leistungen Transport, Unterkunft und Verpflegung in vollem Umfang erbracht wurden: Es gab für uns sogar noch eine zusätzliche, aber unsererseits völlig unerwünschte, "Bonusleistung" in Form des "Auftrittes" von Frau Z - wir müssen jetzt ja froh sein, dass uns dies nicht noch in Rechnung gestellt wurde! Wir haben echt "Urlaub neu erlebt" - Urlaub zum Abgewöhnen. Und gleichzeitig für uns die "schlimmste Zeit des Jahres 2015" sowie unser schlimmster Urlaub bis jetzt insgesamt. Da stellt sich doch die Frage, was ist Urlaub? Doch nicht nur Transport, Essen und Unterkunft. Man möchte sich, je nach gewählter Urlaubsart, erholen, entspannen, die Seele baumeln lassen, Neues sehen und sich in der kanarischen / kapverdischen Wintersonne bräunen lassen. Dies alles war für uns seit dem Unfall auf Santiago NICHT mehr oder nur äußerst limitiert möglich. Und ein "Nachholen" war uns unmöglich, denn trotz des durch das Fehlverhalten einiger AIDA-Mitarbeiterinnen entgangenen Urlaubseffektes hat mir mein Arbeitgeber zu Recht diese Zeit von meinem Urlaubskonto abgebucht - ich stand ja nicht zu seiner Verfügung.
Rein rechtlich war also die Bemerkung Frau Schimanskys korrekt, wie wir seit dem 08.01. wissen. Aber wenn man wirklich daran interessiert gewesen wäre, uns als Gäste nicht zu verlieren, dann hätte man sich doch etwas einfallen lassen können und die mehr als 7 Frustlaubtage inklusive dieses bühnenreifen Auftrittes nicht nur mit einem Blumenstrauss zudecken wollen. Aber AIDA will solche Gäste, die sich nicht alles gefallen lassen, doch gar nicht mehr haben -  ansonsten hätte man nicht auf der rein rechtlichen Seite herumreiten müssen. Ein Hinweis, dass unsere Forderung rechtlich nicht korrekt sei und dann "...dafür haben wir uns als Ausgleich für die durch uns vermiesten Urlaubstage folgendes einfallen lassen..." wären auch denkbar gewesen. Wenn AIDA dies gewollt hätte. Im Gegenteil, AIDA würde schon niemals zugeben, einem Gast den Urlaub vermiest zu haben. Ich habe die wohl nicht unbegründete Vermutung, dass AIDA lieber 100 Stammkunden vergrault, als nur 1 Pfennig mehr zu zahlen. Ob sich dieses "Konzept" als dauerhaft tragfähig erweisen wird, wage ich zu bezweifeln.

Was wünsche ich mir? Dass sowohl uns wie auch allen anderen Reisenden jeglicher Ärger während des Urlaubes erspart bleiben wird. Urlaub soll Erholung sein und nicht eine Aneinanderreihung von Frusttagen. Einhundertprozentig lässt sich dies aber wahrscheinlich kaum realisieren - sehr schade.
Und ich wünsche mir endlich ein Gesetz, welches Reiseveranstaltern im Falle von berechtigten Kundenreklamationen folgendes vorschreibt: Bei Angebot von Reisegutscheinen ist IMMER ein Alternativangebot zur Zahlung desselben Betrages als Scheck oder Überweisung dem Kunden anzubieten. Der Kunde kann dann wählen, was ihm lieber ist. War es ein Mangel der Kategorie "Ist schon OK mit dem Ausgleich", dann kann man auch einen Reisegutschein nehmen. Handelt es sich um einen Mangel der Kategorie "Mit denen nie wieder", dann kann sich der Kunden den Ausgleichsbetrag auszahlen lassen, ohne deshalb erst ein Gericht bemühen zu müssen. Dies würde viel Ärger vermeiden und den Gerichten Luft verschaffen für wichtigere Arbeiten.

Aus heutiger Sicht sage ich: Das war es für uns mit AIDA-Urlauben - die Verärgerung über das Verhalten Frau Zs und die dadurch stark vermiesten restlichen Urlaubstage (Frustlaubtage) sitzt immer noch viel zu tief und dies wird sich wohl auch nicht allzu schnell ändern. Wer zahlt schon freiwillig dafür, sich "die schönste Zeit des Jahres" versauen zu lassen? Da müsste man schon masochistisch veranlagt sein... Denn ein Versprechen, dass sich so etwas nicht noch einmal wiederholt, haben wir von AIDA nicht bekommen. Ein Reiseveranstalter, der mit Sprüchen wie "Ihre Gesundheit und Sicherheit an Bord hat bei AIDA höchste Priorität" wirbt, sich aber im konkreten Fall genau gegenteilig verhält und und im Nachhinein versucht, alles zu bagatellisieren und dabei das Opfer nochmals verhöhnt, hat bei mir seine Glaubwürdigkeit verloren.
Vor zwanzig Jahren hätte ich noch "Nie wieder AIDA" formuliert. Sicherlich haben wir so etwas schon einmal durchgezogen und seit 1994 "vorsätzlich" keinen Urlaub mehr über TUI gebucht*. Heute gilt mehr "Sag niemals nie". Man muss abwägen, was einem wichtiger ist und was einem mehr schadet. Und mit fast 60 hat man kaum nochmals 23 Jahre Zeit zum Reisen. Vielleicht bekommt wegen des jetzigen "Wegfalles" von AIDA nun TUI nochmal eine zweite Chance - aber höchstens auf dem Wasser. Obwohl man berücksichtigen muss, dass der Crashfahrer von Santiago bei Intercruises angestellt war - einer TUI-Tochter!
Schaun mer mal.

Ach ja, meine Frau hat aus dem Ganzen ein positives Resümee gezogen: Sie ist glücklich darüber, weder nochmals unters Messer zu müssen, noch ab dem Hals abwärts gelähmt im Rollstuhl gelandet zu sein. Und dies ist für uns beide das Allerwichtigste und alles andere erst einmal nebensächlich. Es ist schon erstaunlich, was für einen Schlag die Implantate ausgehalten haben. Aber mir ist bewusst, dass nicht die Implantate, sondern die Knochen an den Schraubstellen der Schwachpunkt sind - weitere solcher Versuche müssen also nicht unbedingt wieder so glimpflich für sie ausgehen.

*
- 1992 ein schöner Schweizurlaub über TUI zu sechst mit den Kindern und meinen Schwiegereltern
- 1994 ein Mallorca-Urlaub wieder über TUI zu viert mit den Kindern: Wir kamen wegen einer Flugverspätung erst gegen 22 Uhr im Hotel in Alcudia an. Als wir an der Rezeption dran waren, wurden wir gebeten, im Foyer Platz zu nehmen. Alle anderen nach uns in der Schlange erhielten ihre Zimmer. Wir mussten danach unsere Koffer nehmen und durch die Stadt zu einem Appartement tragen. Als das Licht anging, flüchteten erst einmal alle Kakerlaken und anderes Getier. Uns wurde der verdreckte Kühlschrank gezeigt und dann ging der Hotelmitarbeiter wieder. Es ging kein Wasser - kein Duschen möglich, keine Toilette nutzbar. Der Große brach mit dem Stuhl zusammen. Die Nacht verbrachten wir dann größtenteils am Strand. Am nächsten Tag waren wir mit den Koffern 7 Uhr im Hotel und verlangten unsere Zimmer. Antwort: Wir sollten die ganze Woche im Appartement bleiben. Wir verlangten die TUI-Tante zu sprechen; diese war erst 9:00 Uhr telefonisch erreichbar. Nachdem wir unsere Forderung wegen der Zimmer artikuliert hatten, wurden wir von dieser angeschnauzt, dass wir froh sein sollen, bei diesen Temperaturen einen Kühlschrank zu haben! Ich verkniff mir die auf der Zunge liegende Frage, ob wir dort unseren Stuhlgang ablegen sollen. Dafür stellte ich ihr ein Ultimatum: bis 10 Uhr beide Zimmer oder bis 16 Uhr ein kostenloser Rückflug für uns alle - sie entschied sich für die Zimmer. Seitdem haben wir alle folgenden Urlaube ohne TUI gebucht. Und es gibt glücklicherweise immer noch Reiseveranstalter, mit denen wir noch nie ein Problem gehabt haben und bei denen wir immer wieder gern buchen werden.
Copyright by Jens Wahl, 2016 - 2017. Veröffentlicht am 25.01.2016. Letzte Änderung am 03.10.2017
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